Ein weicher Ball macht Sitzgymnastik lebendig und weckt den Spieltrieb. Diese 10 Übungen funktionieren einzeln oder in der Gruppe und brauchen kaum Vorbereitung.
- Dauer: 20 bis 30 Minuten
- Gruppe: einzeln oder bis 8 Personen
- Material: Softbälle oder Igelbälle, Stühle ohne Rollen
- Geeignet für: sitzend, auch bei leichter Demenz
Darum geht es
Ein Ball gibt den Händen etwas zu tun und lenkt die Aufmerksamkeit nach außen. Viele Menschen, die bei reiner Gymnastik zögern, greifen bei einem Ball ganz selbstverständlich zu. Die Übungen fördern Beweglichkeit, Griffkraft und Reaktion. Beim Zuwerfen entsteht Kontakt zwischen den Teilnehmenden, und oft wird viel gelacht.
Vorbereitung
- Pro Person einen weichen Ball, etwa Softball, Schaumstoffball oder Igelball. Harte oder schwere Bälle sind ungeeignet.
- Stabile Stühle ohne Rollen im Kreis aufstellen, mit genug Abstand.
- Einen Ersatzball griffbereit halten, falls einer wegrollt.
- Mit der Pflege klären, wer Einschränkungen an Schultern, Händen oder Rücken hat.
So geht es
Verteilen Sie die Bälle und lassen Sie alle den Ball erst einmal in Ruhe ertasten. Dann machen Sie jede Übung vor und wiederholen sie 5 bis 8 Mal.
- Ball drücken: Den Ball mit einer Hand kräftig drücken und wieder loslassen. Dann die andere Hand.
- Ball rollen: Den Ball zwischen den Handflächen rollen, als forme man eine Kugel aus Teig.
- Handwechsel: Den Ball von der rechten in die linke Hand geben, vor dem Körper und über dem Kopf.
- Ball um den Bauch: Den Ball um den Oberkörper herumreichen, nur so weit, wie es bequem ist.
- Ball heben: Den Ball mit beiden Händen vor die Brust halten und langsam nach oben strecken.
- Arme massieren: Den Ball am anderen Arm von der Hand zur Schulter rollen.
- Oberschenkel rollen: Den Ball auf den Oberschenkeln vom Knie zur Hüfte und zurück rollen.
- Ball unter dem Fuß: Den Ball auf den Boden legen und mit der Fußsohle vor und zurück rollen. Eine Hilfsperson hält den Ball bereit.
- Zuwerfen: Den Ball sanft zu einer anderen Person im Kreis werfen und dabei ihren Namen sagen.
- Ausklang: Den Ball in beide Hände nehmen, an die Brust halten und dreimal ruhig atmen.
Planen Sie zwischen den Übungen kleine Pausen ein, in denen alle den Ball einfach im Schoß liegen lassen. So bleibt Zeit zum Durchatmen und für ein kurzes Gespräch, etwa über Ballspiele aus der Kindheit.
Varianten
Leichter
Lassen Sie das Werfen weg und rollen Sie den Ball stattdessen über den Tisch zueinander. Bei fortgeschrittener Demenz reichen die ersten drei Übungen. Der Ball in der Hand gibt oft schon Halt und Ruhe.
Anspruchsvoller
Beim Zuwerfen nennt man zusätzlich ein Wort zu einem Thema, etwa Obstsorten oder Städte. Oder zwei Bälle sind gleichzeitig im Kreis unterwegs. Das trainiert Aufmerksamkeit und bringt Tempo in die Runde.
Tipps aus der Praxis
- Niemand soll sich bücken, um einen Ball aufzuheben. Das übernehmen Sie oder eine Hilfsperson. So vermeiden Sie Stürze vom Stuhl.
- Werfen Sie langsam und von unten. Kündigen Sie jeden Wurf an.
- Igelbälle nicht bei empfindlicher Haut oder offenen Stellen verwenden.
- Bälle nach der Stunde reinigen, besonders in Zeiten mit Infekten.
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Weitere Ideen
Als Einstieg eignen sich die 12 Übungen für Sitzgymnastik. Ein ähnliches Spiel mit Ball ist das Kegeln im Sitzen. Welche Bälle in eine gute Ausstattung gehören, lesen Sie unter Materialkiste zusammenstellen.