Kaum eine Zeit weckt so viele Erinnerungen wie der Advent. Diese 12 Ideen helfen, die Wochen vor Weihnachten ruhig, sinnlich und gemeinsam zu gestalten.
- Dauer: 20 bis 60 Minuten
- Gruppe: einzeln oder bis 10 Personen
- Material: Tannenzweige, Gewürze, Plätzchenformen, Liedblätter
- Geeignet für: sitzend, auch bei Demenz
Darum geht es
Weihnachtslieder, Plätzchenduft und Kerzenschein sind tief im Gedächtnis verankert. Auch Menschen mit fortgeschrittener Demenz reagieren oft auf bekannte Melodien und Düfte. Adventsangebote stiften Gemeinschaft und geben der dunklen Zeit eine Struktur. Gleichzeitig ist der Advent für manche eine Zeit der Einsamkeit. Gute Angebote lassen Raum für beides.
Vorbereitung
Planen Sie die Adventswochen im Voraus, damit nicht alles auf einmal passiert. Klären Sie mit der Küche, was gebacken werden darf. Sammeln Sie Lieder in großer Schrift.
- Tannenzweige, Zapfen, Zimtstangen, Orangen
- Plätzchenteig, Ausstechformen, Schürzen
- Kerzen mit Batterie, ein Adventskranz
So geht es
- Adventskranz binden: Zweige auf einen Rohling legen, gemeinsam festbinden.
- Plätzchen ausstechen: Im Sitzen, mit fertigem Teig. Der Duft im Haus wirkt für alle.
- Weihnachtsduft raten: Zimt, Nelke, Orange, Tanne in Dosen anbieten.
- Adventskalender für alle: Jeden Tag öffnet eine andere Person ein Türchen mit einem Spruch oder Lied.
- Weihnachtslieder singen: "O Tannenbaum", "Leise rieselt der Schnee", "Stille Nacht".
- Weihnachtsgeschichte vorlesen: Kurz, bekannt, mit Pausen.
- Christbaumschmuck betrachten: Alte Kugeln und Strohsterne zeigen und nach eigenen Bräuchen fragen.
- Sterne falten: Einfache Papiersterne für Fenster und Türen.
- Weihnachtsessen erinnern: Was kam bei Ihnen auf den Tisch? Karpfen, Gans oder Kartoffelsalat mit Würstchen?
- Nikolaus: Stiefel aufstellen, Gedichte aufsagen, kleine Überraschungen verteilen.
- Weihnachtskarten schreiben: An Angehörige oder andere Wohnbereiche. Wer nicht schreiben kann, diktiert.
- Bratapfel zubereiten: Äpfel füllen und backen, nach Absprache mit der Küche.
Verteilen Sie die Ideen auf die vier Adventswochen. Pro Termin reichen ein bis zwei Ideen und ein gemeinsames Lied.
Varianten
Leichter: Ein Zweig, eine Orange und ein Lied. Diese Sinnesrunde lässt sich auch am Bett anbieten. Bei fortgeschrittener Demenz reichen oft ein vertrauter Duft und ruhiges Summen.
Anspruchsvoller: Ein Weihnachtsquiz, ein kleines Krippenspiel mit verteilten Sprechrollen oder ein Basar mit Selbstgemachtem.
Keine offenen Flammen ohne Aufsicht, besser Kerzen mit Batterie. Lametta, Kugeln und kleine Deko nicht bei Menschen, die Dinge in den Mund nehmen. Plätzchen und Süßes nur nach Absprache zu Diabetes, Schluckstörungen und Allergien.
Tipps aus der Praxis
Überfrachten Sie den Advent nicht. Viele Termine in kurzer Zeit machen unruhig. Achten Sie auf Menschen, die traurig werden. Ein ruhiges Gespräch zu zweit ist dann wichtiger als ein Lied in der Gruppe. Respektieren Sie andere Religionen und Menschen, die nicht feiern möchten.
Laden Sie Angehörige zu einzelnen Aktionen ein. Das stärkt die Verbindung. Für die Planung über vier Wochen eignet sich ein Wochenplan.
Denken Sie auch an Menschen, die an Gruppen nicht teilnehmen können. Ein Zweig, ein Duft und ein Lied lassen sich in wenigen Minuten ans Bett bringen. So erlebt jede Person etwas vom Advent, auch wenn sie das Zimmer nicht verlassen kann.
Sie gestalten solche Adventsnachmittage mit Herz? Daraus lässt sich ein Beruf machen. Die Weiterbildung zur Betreuungskraft bei Care-er findet online statt, mit Live-Unterricht und Förderung per Bildungsgutschein.
Weitere Ideen
Für die Zeit davor und danach finden Sie die Winterideen. Menschen, die nicht an Gruppen teilnehmen können, erreichen Sie mit 10-Minuten-Aktivierungen am Bett. Mehr zum Beruf unter Beschäftigung zum Beruf machen.