Viele Menschen merken beim Vorlesen, Singen oder Spazierengehen mit älteren Menschen: Das liegt mir. Hier lesen Sie, wie Sie aus dieser Freude einen anerkannten Beruf als Betreuungskraft machen.
- Dauer: 5 Minuten Lesezeit
- Gruppe: Quereinsteiger, Ehrenamtliche, pflegende Angehörige
- Material: Interesse an Menschen, Zeit für die Qualifikation
- Geeignet für: für alle, die beruflich neu starten möchten
Vom Hobby zum Beruf: Für wen sich der Schritt lohnt
Vielleicht begleiten Sie schon lange einen Angehörigen. Vielleicht sind Sie ehrenamtlich im Seniorentreff aktiv. Oder Sie suchen nach Jahren in einem anderen Beruf eine Arbeit, die sich sinnvoll anfühlt. All das sind gute Ausgangspunkte.
Betreuungskräfte gestalten den Alltag von älteren Menschen mit. Sie singen, basteln, erzählen, gehen spazieren und hören zu. Wer gern mit Menschen zusammen ist und Geduld mitbringt, findet hier oft eine erfüllende Aufgabe.
- Sie gehen offen und freundlich auf ältere Menschen zu.
- Sie können sich auf langsame Abläufe einlassen.
- Sie haben Ideen und Freude daran, sie umzusetzen.
- Sie arbeiten gern im Team mit Pflege und Angehörigen.
Ein bestimmtes Alter brauchen Sie nicht. Viele starten nach der Familienzeit, nach einer längeren Pause oder nach Jahren in einem ganz anderen Beruf neu. Ihre Lebenserfahrung ist dabei kein Nachteil, sondern oft ein echter Vorteil. Wer selbst Höhen und Tiefen erlebt hat, findet meist leichter einen Zugang zu älteren Menschen.
Fragen Sie sich ehrlich: Macht es mir Freude, Zeit mit älteren Menschen zu verbringen, auch wenn nicht jeder Tag gut läuft? Kann ich mit Situationen umgehen, in denen jemand traurig, verwirrt oder abweisend ist? Wenn Sie beides mit Ja beantworten, sind Sie auf einem guten Weg.
Was der Beruf im Alltag verlangt
Betreuung ist mehr als Unterhaltung. Sie planen Angebote, passen sie an die Tagesform an und achten auf Sicherheit. Sie beobachten, wie es den Menschen geht, und geben wichtige Hinweise an die Pflege weiter. Einen Eindruck vom Arbeitstag gibt der Beitrag Was macht eine Betreuungskraft?.
Dazu gehört auch Organisation. Ein guter Wochenplan für Beschäftigungsangebote und eine saubere Dokumentation machen Ihre Arbeit sichtbar und nachvollziehbar.
Typisch für den Beruf ist die Mischung aus festen Gruppenangeboten und Einzelbetreuung. Am Vormittag leiten Sie vielleicht eine Sitzgymnastik, am Nachmittag sitzen Sie mit einer Bewohnerin zusammen und sehen alte Fotos an. Dabei kommt es weniger auf perfekte Abläufe an als auf Ihre Haltung: freundlich, geduldig und aufmerksam.
Betreuungskräfte übernehmen keine pflegerischen oder medizinischen Aufgaben. Bei gesundheitlichen Fragen sprechen Sie immer mit der Pflegefachkraft oder der Ärztin.
Der Weg zur Qualifikation nach § 53b SGB XI
Zusätzliche Betreuungskräfte in Pflegeeinrichtungen werden nach § 53b SGB XI qualifiziert. Ein Berufsabschluss ist dafür nicht nötig. Die Qualifikation besteht aus vier Bausteinen:
- Orientierungspraktikum: 40 Stunden in einer Pflegeeinrichtung. Sie prüfen, ob die Arbeit zu Ihnen passt.
- Basiskurs: 100 Unterrichtseinheiten mit Grundlagen zu Alter, Demenz, Kommunikation und Beschäftigung.
- Betreuungspraktikum: 2 Wochen, in denen Sie das Gelernte in der Praxis anwenden.
- Aufbaukurs: 60 Unterrichtseinheiten zur Vertiefung.
Das Orientierungspraktikum ist ein guter erster Test. Danach wissen Sie meist sehr genau, ob Sie weitermachen möchten.
Weiterbildung online und Förderung
Die Theorie können Sie online lernen. Das ist praktisch, wenn Sie Familie haben, auf dem Land wohnen oder noch berufstätig sind. Achten Sie darauf, dass Sie nicht nur Videos ansehen, sondern mit Lehrkräften und anderen Teilnehmenden ins Gespräch kommen.
Wer solche Angebote gern gestaltet, kann daraus einen Beruf machen: Die Online-Weiterbildung zur Betreuungskraft bei Care-er verbindet Live-Unterricht mit Lehrkräften und kleine Gruppen. Care-er ist ein AZAV-zertifizierter Bildungsträger aus Berlin und qualifiziert nach § 43b und § 53b SGB XI.
Eine Förderung per Bildungsgutschein ist bei AZAV-zertifizierten Trägern möglich. Wie das abläuft, lesen Sie im Beitrag Weiterbildung mit Bildungsgutschein.
Erste Schritte für Ihren Einstieg
- Schreiben Sie auf, was Sie schon mit älteren Menschen erlebt haben. Das hilft beim Gespräch mit Trägern und Einrichtungen.
- Fragen Sie in einer Pflegeeinrichtung in Ihrer Nähe nach einem Orientierungspraktikum.
- Klären Sie, ob eine Förderung für Sie in Frage kommt.
- Vergleichen Sie Bildungsträger: Unterrichtsform, Gruppengröße, Betreuung.
- Sammeln Sie schon jetzt Ideen für Angebote. Diese Website ist dafür ein guter Fundus.
Lassen Sie sich nicht entmutigen, wenn nicht alles sofort klappt. Auch erfahrene Betreuungskräfte erleben Angebote, die nicht ankommen. Wichtig ist, dass Sie daraus lernen und dranbleiben. Mit jeder Woche wächst Ihr Gespür dafür, was die Menschen brauchen.
Weiterlesen
Wenn Sie wissen möchten, wie das Lernen am Bildschirm konkret aussieht, lesen Sie Betreuungskraft online werden. Für den Praxisstart lohnt sich außerdem ein Blick auf die Grundregeln für Beschäftigung bei Demenz.